Die Generation der Selbstoptimierer
Hat es in früheren Jahren an Reflexion gefehlt, zeichnet sich die Generation Z durch Selbstoptimierung aus.
Habe ich das Richtige und Gesunde gegessen? Habe ich heute schon genug getrunken? Wasser, ungesüßten Tee, Kaffee ohne Milch und ohne Zucker? Wie steht es mit der Bewegung? Ausdauer, Kraft, Geschicklichkeit? Wie lange und wie tief war mein Schlaf? Wann war ich im Bett und wie oft in der Nacht auf der Toilette? Hatte ich ausreichend Sozialkontakte, oder muss ich da nachbessern?
Longevity heißt das neue Zauberwort. Wir rennen wieder einmal einem Fetisch nach. Einer der letzten waren die Nahrungsergänzungsmittel. Da ging es um die Frage: Was fehlt in unserer Nahrung und muss ergänzt werden? Vitamine, Spurenelemente, Aminosäuren und vieles mehr. Unzählige Produkte überschwemmten den Markt mit angstmachenden Informationen und einfachen, kostenpflichtigen Lösungsvorschlägen.
Vor lauter Nachdenken und Optimieren haben wir unseren „Hausverstand“ begraben. Wir können froh sein, dass das Wunderwerk Körper, durch Jahrtausende gefordert und geformt, aus einem großen Selbstverständnis heraus funktioniert. Egal, was wir tun. Ob zu viel, zu wenig oder gerade richtig – er gleicht unsere „Bemühungen“ gnädig aus.
Der Weingenuss lässt sich nicht auf das „Zellgift“ Alkohol reduzieren. Da steckt mehr drin: Entspannung, Wohlbefinden, Kommunikation, Sozialkontakte, Kultur, Gesundheit und vieles mehr. Mit dem „Zellgift“ wird unser Körper bei moderatem Weinkonsum fertig. Wir wissen das aus Erfahrung!